Die Römer am Rhein und andernorts
An vielen Orten, nicht nur am Rhein, haben die Römer Spuren hinterlassen. In Museen, Ausgrabungsstätten und anderen Einrichtungen wird die Zeit des Imperium Romanum und seiner Provinz Germania inferior (Germania secunda) wieder lebendig. Die folgende Linkliste gibt – von A bis Z, aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Hinweise auf interessante Orte, Museen und Ausstellungen.
Aachen
Im Stadtmuseum Burg Frankenberg ist Aquae Granni, wie Aachen zur Römerzeit hieß, eine kleine Abteilung gewidmet. Ein Schwerpunkt ist die Darstellung der Heil- und Badequellen.
Über Relikte aus römischer und anderer Zeit berichtet auch das Archäologieportal Aachen.
Alzey
In den Jahren 367 bis 370 ließ Kaiser Valentinian I. in einer zerstörten Zivilsiedlung im heutigen Alzey (Rheinland-Pfalz) das Kastell Alteium errichten, das der Bauherr zweimal besuchte (370 und 373). Alteium ist zwar größer als Haus Bürgel, weist aber doch bauliche Parallelen zu diesem auf. Möglicherweise ist auch Haus Bürgel erst um 370 entstanden – und nicht bereits zur Regierungszeit von Kaiser Konstantin I. (306–337). Mehr über das Alzeyer Römerkastell berichtet das Internet-Portal regionalgeschichte.net des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz.
Bad Münstereifel
Wie die Römer den in großen Mengen benötigten Baustoff Kalk herstellten, lässt sich in der ausgegrabenen und teilweise rekonstruierten Kalkbrennerei im Ortsteil Iversheim nacherleben.
Bergkamen
Im Jahr 1905 entdeckte ein historisch interessierter Pfarrer Überreste des Legionslagers Oberaden in der jetzigen Stadt Bergkamen. Inzwischen führt ein archäologischer Lehrpfad über das heute teils bebaute Gebiet des rund 56 Hektar großen ehemaligen Lagers, das Platz für zwei Legionen samt Hilfstruppen bot, also für bis zu 15 000 Soldaten. Das in Holz-Erde-Technik errichtete Lager bestand von 11 v. bis 6 n. Chr. Mehr darüber auf der Internetseite des Stadtmuseums Bergkamen.
Bonn
Das LVR-LandesMuseum Bonn ist das größte Museum des Landschaftsverbands Rheinland. Es ermöglicht einen Blick auf die Kulturgeschichte der Region zwischen Aachen und Essen, Kleve und Bonn. Dabei kommt auch die römische Epoche nicht zu kurz. Davon gibt einen Abriss der Verein von Altertumsfreunden im Rheinlande.
Delbrück-Anreppen
In Anreppen, heute Stadtteil von Delbrück im Kreis Paderborn, befand sich an der Lippe ein weit nach Osten vorgeschobenes römisches Legionslager. Die 23 Hektar große Anlage in Holz-Erde-Bauweise wurde 1968 entdeckt, seither erforscht und in Teilen rekonstruiert und zugänglich gemacht. Mehr darüber auf den Internetseiten der Stadt Delbrück und des Heimatvereins Anreppen.
Dormagen
Bis zum Rheindurchbruch 1374 lagen Haus Bürgel und Dormagen (Durnomagus) beide auf der linken Rheinseite. Die Stadt Dormagen gibt einen kleinen Einblick in ihre römische Vergangenheit.
Eifel
Das Trinkwasser für das römische Köln kam aus der Eifel. Über eine fast hundert Kilometer lange, mit großem Aufwand trassierte, gebaute und gewartete Leitung wurde das Wasser aus Quellen in der Eifel in die Stadt geleitet. Mehr darüber erfährt man beim Freundeskreis Römerkanal.
Haltern am See
In Haltern am See, dem wichtigsten Römerstandort in Westfalen, sind zentral die bedeutendsten Funde aus allen Römerlagern an der Lippe ausgestellt. Im rechtsrheinischen Germanien waren vor 2000 Jahren mehr Legionäre stationiert als irgendwo sonst im Römischen Reich. Das 1993 vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) errichtete Römermuseum lässt die Geschichte der Römer in Westfalen lebendig werden.
Herne
Ohne die Arbeit der Archäologen bliebe uns die Welt der Römer weitgehend verborgen. Das LWL-Museum für Archäologie in Herne ist das zentrale Schaufenster der Archäologie in Westfalen. Es gehört zu den modernsten archäologischen Museen in Europa. In einem Forscherlabor lernen die Besucher die Methoden kennen, mit denen Wissenschaftler die Spuren der Vergangenheit entschlüsseln.
Kalkriese
Im Jahre 9 unserer Zeitrechnung wurden die XVII., XVIII. und XIX. Legion unter dem Kommando von Publius Quinctilius Varus in einem Hinterhalt der Germanen in einem furchtbaren Gemetzel aufgerieben. Zwar hält sich für jene Ereignisse die populäre Bezeichnung „Schlacht im Teutoburger Wald“, doch muss nach derzeitiger wissenschaftlicher Erkenntnis konstatiert werden, dass nicht die Gegend um das Hermannsdenkmal Schauplatz der Schlacht war, sondern Kalkriese, ein Stadtteil von Bramsche in Niedersachsen. Kalkriese ist das erste archäologisch untersuchte antike Schlachtfeld Europas. Das und vieles mehr erfährt man in Museum und Park Kalkriese.
An der Universität Osnabrück gibt es zudem das Projekt „Kalkriese – Die Örtlichkeit der Varusschlacht?“
Köln
Die Stadt Köln wurde von den Römern gegründet. Die Colonia Claudia Ara Agrippinensium war Hauptstadt der Provinz Germania inferior (Germania secunda). Das römische Mosaik mit Szenen aus der Welt des Dionysos und der rekonstruierte Grabbau des Legionärs Poblicius sind wohl die bekanntesten Werke des Römisch-Germanischen Museums in Köln.
Das Praetorium, der Amtssitz des Provinz-Statthalters, und ein römischer Abwasserkanal können ebenfalls besichtigt werden.
Ein dreidimensionales Modell des römischen Köln ist im Entstehen begriffen.
Die ehemalige römische Staatsstraße von Köln nach Trier ist über weite Strecken im Gelände noch erfahrbar.Als interkommunales Projekt unter der Federführung von Erftstadt soll die sogenannte Agrippa-Straße in ihrem landschaftsprägenden Charakter wieder dargestellt werden. „Erlebnisraum Römerstraße“ ist ein Projekt im Rahmen der Regionale 2010.
Mainz
Das Römisch-Germanische Zentralmuseum im Kurfürstlichen Schloss Mainz (römisch: Mogontiacum) ist zugleich Forschungsinstitut und Museum für Archäologie. Im Stammhaus befinden sich die Abteilungen Vorgeschichte, Römerzeit und Frühes Mittelalter. Zu den weiteren Standorten zählt das Museum für Antike Schiffahrt.
Meurin
Im Vulkanpark in der östlichen Eifel liegt das 2000 Jahre alte Römerbergwerk Meurin. Dort wurde untertage weißer Tuffstein aus den mächtigen Ablagerungen des Laacher See-Vulkanausbruchs gewonnen.
Neuss
„Novaesium, alias Neuss“ lautet der Titel der umfangreichen Internetseite des Archäologen Jürgen Franssen über Geschichte und Archäologie des römischen Neuss.
Einblicke in das römische Neuss gewährt zudem eine Dauerausstellung im Clemens-Sels-Museum.
Porta Westfalica
Porta Westfalica hat als einzige Stadt im Bundesgebiet nicht nur einen lateinischen Namen, sondern im Ortsteil Barkhausen auch ein römisches Militärlager aus der Zeit, als Varus mit seinen Legionen durch Germanien zog. Nach Beginn archäologischer Untersuchungen im Jahr 2008 gründete sich der Förderverein Römerlager Barkhausen Porta Westfalica.
Remagen
In Remagen (Rigomagus) befand sich wie in Bürgel ein Kastell, in dem Hilfstruppen stationiert waren. Zudem nahm in Remagen der niedergermanische Limes seinen Anfang. In einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert ist das Römische Museum Remagen untergebracht. „Das kleine Museum hat den Vorteil, dass der Besucher in kurzer Zeit viel über Leben und Tod in einem römischen Hilfstruppenkastell erfahren kann. Alle Ausstellungsstücke wurden in Remagen gefunden“, teilt das Museum über sich selbst mit.
Rheinbrohl
Als Erlebnis-Museum versteht sich die Römerwelt Rheinbrohl am Beginn des 550 km langen Limes Romanus, der 2005 zum UNESCO-Welterbe ernannt wurde.
Trier
Trier, von den Römern im Jahre 16 v. Chr. als Augusta Treverorum gegründet, ist die älteste Stadt Deutschlands. Erhalten aus der römischen Epoche sind Brücke, Reste der Stadtbefestigung, Thermen, Amphitheater und Speicherhäuser. Die hohe Qualität und Dichte der Denkmäler bewog 1986 die UNESCO, sie in die Liste des Welterbes aufzunehmen.
Der römischen Geschichte widmet sich auch das Rheinische Landesmuseum Trier.
Waldgirmes
In Waldgirmes, einem Ortsteil von Lahnau im Lahn-Dill-Kreis, wurde zunächst ein etwa 7,7 Hektar großes römisches Lager freigelegt. Bei weiteren Grabungen stieß man auf Steinfundamente eines 2200 Quadratmeter großen Zentralgebäudes. Nach seinem Grundriss entspricht das Bauwerk einem römischen Forum, dem Zentrum für Politik, Verwaltung und Wirtschaft einer römischen Stadt. Es wird angenommen, dass es sich bei der Anlage um eine römische Stadt in Gründung handelte. Darüber informiert der Förderverein Römisches Forum Waldgirmes.
Xanten
Auf dem Gelände der einstigen Römerstadt Colonia Ulpia Traiana befindet sich Deutschlands größtes archäologisches Freilichtmuseum. Das 2008 eröffnete neue RömerMuseum mit der freigelegten römischen Therme bietet eine faszinierende Ausstellung in einem spektakulären Bauwerk.
Zons
Römische Spuren finden sich auch in Zons, das einst mit Haus Bürgel auf derselben Rheinseite lag. Im Mittelalter bauten die Zonser ihre erste Kirche, die Maternus-Kapelle, im Innenhof von Haus Bürgel. Darüber und vieles anderes mehr berichtet die Internetseite Zonser Geschichte von Dr. Thomas Schwabach.
Zülpich
Die Badekultur ist keine Erfindung der Römer, aber sie haben sie weiterentwickelt. Neu ist bei ihnen die Standardisierung des Badens im gesamten Römischen Reich über eine genau definierte Abfolge von Badegängen in öffentlichen Badehäusern. Badekultur war Bestandteil des täglichen Lebens, auch in den Provinzen. Im Museum der Badekultur in den ehemaligen Zülpicher Römerthermen ist das auf anschauliche Weise erlebbar.
Und: Von Bürgel nach Bürgle
Ein ehemaliges Römerkastell namens Bürgle gibt es in Bayern zwischen Gundremmingen und Aislingen im Landkreis Günzburg, Regierungsbezirk Schwaben.